Studentenwerk Leipzig wendet 4,7 Mio. Euro für Sanierungsarbeiten in zwei Studentenwohnheimen auf. Zum Start des Wintersemesters 2017 wurden je ein Haus der Studentenwohnanlagen des Studentenwerkes Leipzig in der Straße des 18. Oktober 23-33 und Johannes-R.-Becher-Straße 3-11 nach umfangreichen Modernisierungs- und Instandhaltungsarbeiten wieder in Betrieb genommen.
Die Studentenwohnanlage in der Straße des 18. Oktober 23-33 ist mit rund 1.100 Plätzen die größte des Studentenwerkes Leipzig. Die erste, noch von Bund und Land bezuschusste grundhafte Sanierung dieser Studentenwohnanlage liegt inzwischen über 20 Jahre zurück. Es besteht daher Modernisierungs- und Instandhaltungsbedarf insbesondere an haus- und brandschutztechnischen Anlagen sowie an Wohnformen, der hausweise umgesetzt wird.
Im Zeitraum von März bis September 2017 wurde das Haus Nr. 25 mit 195 Wohnplätzen haustechnisch (Lüftung, Sanitär, Wasser) und brandschutztechnisch instandgesetzt. In diesem Zuge wurden auch die Wohnformen an die aktuellen Bedürfnisse der Studierenden angepasst – so wurden die nach der Wende noch obligatorischen Zwei-Bett-Zimmer zurückgebaut und die bisher dominierenden Kochnischen in kleine Küchen umgebaut. Ferner wurden Fußbodenbeläge und Sanitärzellen erneuert.
Die Investitions- und Instandhaltungskosten für diese Maßnahmen in Höhe von rund 4,3 Mio. Euro wurden durch das Studentenwerk Leipzig vollständig aus Eigenmitteln finanziert. Einen Zuschuss des Freistaats Sachsen für derartige Maßnahmen gibt es zurzeit nicht. Daher erhöht sich der Mietpreis für die sanierten Zimmer in diesem Haus spürbar: ein frisch saniertes Einzelzimmer in einer WG kostet jetzt zwischen 270 und 290 Euro, ein Einzelapartment 300 Euro – jeweils inklusive Nebenkosten und Möblierung.
„Die Mietpreise für frisch sanierte Zimmer liegen in diesem Studentenwohnheim inzwischen über der BAföGPauschale von 250 Euro für die Kosten der Unterkunft. Dies lässt sich ohne Zuschüsse des Bundes oder des Freistaates Sachsen für den Erhalt der Studentenwohnheime leider nicht vermeiden“, erklärt Dr. Andrea Diekhof, Geschäftsführerin des Studentenwerks Leipzig. „Noch liegen wir mit unseren Durchschnittsmietpreisen über alle unsere 5.200 Wohnplätze bei knapp 230 Euro pro Platz und Monat inklusive Nebenkosten und Möblierung. Allerdings besteht in den kommenden Jahren in fast allen Wohnheimen erheblicher Sanierungsbedarf – wenn wir diesen komplett aus Eigenmitteln finanzieren müssen, werden wir die heutigen sozialen Mietpreise in den Studentenwohnheimen nicht aufrechterhalten können. Hierfür ist eine Bezuschussung durch den Bund oder das Land zwingend erforderlich“, so Diekhof weiter.
Die Studentenwohnanlage in der Johannes-R.-Becher-Straße 3-11 ist mit rund 900 Plätzen die zweitgrößte Wohnanlage des Studentenwerkes Leipzig. In Haus Nr. 5 mit 91 Plätzen wurde von Juli bis August 2017 eine Instandhaltungsmaßnahme der Haustechnik (Wasser, Lüftung, Sanitär) ohne Veränderung der Wohnformen umgesetzt. Die Instandsetzungskosten betrugen ca. 400.000 Euro und wurden ebenfalls aus Eigenmitteln des Studentenwerks Leipzig finanziert.
Das Studentenwerk Leipzig stellt als Anstalt des öffentlichen Rechts mit gemeinnützigem Versorgungsauftrag Wohnplätze zu sozialen Mietpreisen für die rund 37.000 Studierenden von neun Leipziger Hochschulen zur Verfügung. Versorgt werden v.a. Studierende im ersten Studienjahr, Studierende mit geringem Studienbudget
und ausländische Studierende. Zum Beginn des aktuellen Wintersemesters wurden 2.300 der 5.200 Wohnplätze neu belegt. Die durchschnittliche Wohndauer liegt zwischen ein und zwei Jahren.
„Erstsemester, die nicht aus Leipzig kommen, sind für ihr erstes Studienjahr oft auf das Studentenwohnheim angewiesen, orientieren sich, knüpfen Kontakte und ziehen nach einem Jahr dann zusammen mit Freunden oder Partner in eine eigene Wohnung.“ erklärt Nora Müller, Abteilungsleiterin Studentisches Wohnen im Studentenwerk Leipzig. „Studierende mit geringem Studienbudget und internationale Studierende wohnen allerdings auch länger im Studentenwohnheim; der Anteil internationaler Studierender an den Wohnheimbewohnern liegt zurzeit bei 42%. Wir tun daher viel, um das studentische Gemeinschaftsleben in unseren Studentenwohnheimen zu fördern, von der Bereitstellung von Gemeinschaftsräumen, über die Einrichtung und Unterstützung von Wohnheimsprechern, Tutoren für internationale Studierende, Willkommens- und Kennlernveranstaltungen und Buddy-Programmen.“

